Stillpositionen: Welche Position passt zu dir und deinem Baby?

Beim Stillen denken viele zunächst an ein ganz bestimmtes Bild: Mama sitzt, das Baby liegt im Arm und trinkt.
Aber was, wenn genau diese Position unbequem ist?
Wenn dein Rücken schmerzt? Wenn dein Baby ständig abrutscht? Oder wenn du das Gefühl hast, dass ihr einfach keine richtige Position findet?
Dann möchte ich dir als Hebamme vor allem eines sagen:
Du musst nicht in einer einzigen „richtigen“ Stillposition stillen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten – und welche davon für euch angenehm ist, kann sich sogar von Stillmahlzeit zu Stillmahlzeit verändern.
Die klassische Wiegehaltung
Bei der klassischen Wiegehaltung liegt dein Baby seitlich vor deinem Körper und wird mit dem Arm auf der Stillseite unterstützt.
Für viele Mamas ist diese Position irgendwann ganz selbstverständlich.
Gerade am Anfang kann sie sich aber manchmal ungewohnt anfühlen.
Wichtig ist vor allem, dass du nicht versuchst, dein Baby mit deinem Körper nach vorne zu bringen, sondern dein Baby zu dir holst.
Dein eigener Körper darf dabei möglichst entspannt bleiben.
Die Football- oder Rückengriff-Position
Bei dieser Position liegt dein Baby seitlich neben deinem Körper und wird von deinem Arm unterstützt.
Diese Haltung kann beispielsweise nach einem Kaiserschnitt oder bei größeren Brüsten angenehm sein – aber natürlich ist sie nicht nur dafür geeignet.
Auch beim Stillen von Zwillingen kann diese Position interessant sein.
Stillen im Liegen
Gerade nachts wünschen sich viele Mamas eine Position, bei der sie nicht jedes Mal vollständig aufstehen müssen.
Stillen im Liegen kann eine Möglichkeit sein.
Hier ist allerdings besonders wichtig, sich mit den Empfehlungen für einen sicheren Schlafplatz vertraut zu machen und nach dem Stillen darauf zu achten, dass das Baby wieder entsprechend sicher schläft.
Falls diese Position nicht gleich von Anfang an klappt, einfach abwarten. Ich konnte auch meine beiden Kinder erst nach ca. 4 Wochen bequem im Liegen Stillen. Und das geht sehr vielen Mamas so. Während dem Milcheinschuß ist diese Position für die meisten unpraktisch. Wenn ihr euch aber schon richtig gut als Stillteam eingespielt habt, die Brustwarzen nicht mehr schmerzen und dein Baby problemlos anlockt, ist ein guter Zeitpunkt es im Liegen nochmal zu probieren. Denn sind wir mal ehrlich, für die Nacht ist dies die entspannteste Position.
Was haben all diese Positionen gemeinsam?
Egal, für welche Position du dich entscheidest: Dein Baby sollte möglichst gut an der Brust angelegt sein und du solltest dich dabei nicht verkrampfen.
Ein kleines Detail macht dabei häufig einen großen Unterschied:
Bring dein Baby zur Brust – nicht deine Brust zum Baby.
Wenn du dich bei jeder Stillmahlzeit nach vorne beugst, um die Brust zu erreichen, wird dein Rücken das wahrscheinlich irgendwann merken.
Ein gut positioniertes Stillkissen kann hier ebenfalls unterstützen – allerdings sollte es nicht dazu führen, dass dein Baby ungünstig liegt oder du dich komplett in die Position „hineinquetschen“ musst.
Es gibt nicht die eine perfekte Stillposition
Das ist vielleicht die wichtigste Botschaft.
Vielleicht funktioniert die Wiegehaltung bei euch tagsüber wunderbar, während ihr nachts lieber im Liegen stillt.
Vielleicht braucht dein Baby in den ersten Tagen eine andere Unterstützung als einige Wochen später.
Stillen ist kein statisches System.
Ihr lernt euch gegenseitig kennen.
Und manchmal ist genau das der Grund, warum eine Position, die gestern noch wunderbar funktioniert hat, heute plötzlich überhaupt nicht mehr passt.
Mein Hebammentipp
Wenn Stillen gerade unbequem ist, Schmerzen verursacht oder du ständig das Gefühl hast, dass dein Baby nicht richtig liegt, musst du dich nicht einfach „durchbeißen“.
Lass dir verschiedene Positionen zeigen und beobachte, was für euch funktioniert.
In meinem Onlinekurs „Stillen ist (K)EIN Kinderspiel“ zeige ich dir noch viel ausführlicher, worauf es beim Anlegen, bei Stillpositionen und beim entspannten Stillstart ankommt.
Denn Stillen besteht nicht nur aus der Frage: „Wie bekomme ich mein Baby an die Brust?“
Es geht auch darum, deinen Körper und die Signale deines Babys zu verstehen – und genau dieses Wissen kann den Stillalltag unglaublich erleichtern.



